Lebensraum Sommerflieder - mein fotografischer Weg

Direkt zum Seiteninhalt

Lebensraum Sommerflieder

mein fotografischer Weg
Veröffentlicht von Dirk Becker-Hempel in Beobachtung · 3 Oktober 2021
Tags: SommerfliederSchmetterlingeMakroBienen
Lebensraum Sommerflieder

Seit ein paar Jahren steht in meinem Garten ein Sommer- oder Schmetterlingsflieder. Ursprünglich kommt diese Pflanze aus dem fernen China und Tibet.
Sie ist mit ihren vielen Blüten ein Paradies für Insekten verschiedenster Art.
Im Winter ist von dem Strauch wenig zu sehen, nur die kahlen Stiele lassen erahnen, dass es hier Leben geben wird.
Wenn der Strauch im Frühjahr ergrünt, sieht man meist von Juli bis September eine Blütenpracht, welche ihresgleichen sucht. Von den vielen kleinen weißen, blauen, lila oder rosa Blüten strömt ein intensiver, süßlicher Duft aus. Dadurch werden viele Insekten angelockt, es ist quasi wie eine eigene Welt neben vielen anderen.

Als erstes entdeckte ich, es gab noch nicht einmal Blüten, eine kleine grüne Spinne. Sie fiel mir auf, weil ein ungewöhnlich geformtes Blatt im Strauch meine Aufmerksamkeit erregte. Die Spinne hatte es offenbar zu einer Höhle gefaltet, um ihren Nachwuchs zu schützen.
Später, als sich die ersten Blüten öffneten, fanden sich als erstes die Hummeln und Bienen ein.
Als wären sie in einem Rausch, wurde hektisch Blüte um Blüte untersucht, das Erbeutete weggeflogen, um möglichst schnell wieder in den Blüten nach Nektar zu suchen.
Oft kam es vor, dass die Bienen und Hummeln am Ende des Tages nicht mehr in der Lage waren in ihr Nest zu fliegen, dann haben sie auf den Blütenständen übernachtet. War die Nacht feucht und kühl, konnte man am frühen Morgen sehen, dass sie am ganzen Körper Tautropfen kleben hatten. Um wieder fliegen zu können, mussten sie in der Sonne trocknen und sich aufwärmen.





Nach und nach fand ich auch eine andere Art von Krabbenspinnen. Sie versteckten sich zwischen den Blüten und fingen blitzschnell unachtsame Fliegen. Sie sind sehr gut getarnt, wenn man den Strauch mit etwas Geduld aufmerksam absucht, sieht man vielleicht ein paar grüne Beine zwischen den vielen Blüten hervor lugen.


Im Laufe des Sommers gesellten sich dann noch einige Schmetterlinge und andere Falter dazu.
Kohlweißlinge, Tagpfauenaugen, Perlmutt- und Feuerfalter, einen Admiral sowie einen Mauerfuchs durfte ich beim Sommerflieder beobachten.
Besonders im September bekam ich viele Schmetterlinge zu sehen.
Teilweise waren 5 Tagpfauenaugen, 5 Kohlweißlinge, 1 Feuerfalter, 1 Permuttfalter, ein Admiral und ein Mauerfuchs gleichzeitig am und im Strauch zu sehen. Auch die Schwarzen Holzbienen mischten sich unter das rege „Schmetterlings – Stelldichein“ und holten sich den Nektar der letzten Blüten.









Auch einem Kohlweißling erging es wie mancher Biene oder Hummel. An einem Freitagabend entdeckte ich ihn im Blütenstand des Sommerflieders, er saß so still da, dass ich ihn fotografieren konnte. Als ich am darauffolgenden Samstagmorgen auf die Terrasse ging, konnte ich den hellen Fleck im Blütenmeer noch erkennen. Ganz besonders faszinierten mich die schönen Augen des Kohlweißlings. Im Display meiner Kamera konnte ich sogar einen Tautropfen, wie eine Träne, am Auge des Tagfalters sehen.


Neben den prachtvollen Schmetterlingen und den tollen Bienen und Hummeln, gab es natürlich auch noch andere Insekten im Sommerflieder zu beobachten - verschiedene Wespenarten, Wanzen, Schwebfliegen und so vieles mehr.

Habt Ihr auch schon einmal geschaut, was es in einem Strauch zu entdecken gibt? Ich würde mich sehr freuen wenn Ihr mir etwas dazu schreiben würdet.

Euer Dirk Becker - Hempel


1 Kommentar
Durchschnittliche Bewertung: 115.0/5
Melanie
2021-10-03 15:58:42
Eine Liebeshymne an die Natur und deren Wunder. Der Beweis für das Miteinander der Lebewesen. Ganz tolle Bilder
copyright Dirk Becker-Hempel
Zurück zum Seiteninhalt